Die Feier des Lebens

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Der Frühling…

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…voll in Blüten

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…wandert langsam,…

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…grünt und…

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…klettert von…

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…Süden nach…

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…Norden.

Ich wünsche Euch eine schöne Zeit dabei,

Eure Anka

 

 

 

Identität

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Als soziale Wesen entstehen für uns eine Grosszahl von Gefühlen und Gedanken im Rahmen von Begegnungen und Beziehungen. Diese Reaktionen bestimmen mit, wie meditativ unser Leben sein kann. Daher möchte ich hier eine Reihe von Beiträgen dazu beginnen.

Einige von uns hatten einen guten, liebevollen Start in diesem Leben, andere einen schwierigen, weniger positiven Beginn. Die ersten zwei Jahrzehnte sind wir auf die Versorgung und Anleitung anderer angewiesen. In solchen Beziehungen und Interaktionen formen wir unsere grundlegenden Qualitäten und Überzeugungen.

Anschliessend sind wir auf einmal auf uns selbst angewiesen. Einerseits erwartet man von uns, dass wir wissen wer wir sind und was wir wollen. Auf der anderen Seite fühlen wir uns oft zunächst etwas verloren in der großen, weiten Welt von Möglichkeiten, Lebens- und Verhaltensweisen, Kulturen, und Zuständen.

Identität

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Etwas erstaunliches geschieht anschließend, zumindest in unseren westlichen Kulturen. Wir haben die Idee, dass wir unabhängig sind, und auf einmal wird es uns (zumindest zum Teil) möglich eine Identität zu wählen.

Ich selbst fand es beängstigend und aufregend zugleich, nach dem Beenden der Schule mein eigenes Leben zu beginnen. Mehr als 18 Jahre lang hatte ich gelernt meine Gedanken, mein Verhalten und meine Interessen anhand meiner Umgebung zu formen und zu modifizieren, und auf einmal schwamm ich nun im kalten Wasser der großen Welt der Erwachsenen. Ich hatte das Gefühl, nun endlich machen zu können, was ich wollte, aber keine oder zu viele Ideen davon, was genau ich das ist und was nicht. Jahre voller Abenteuer, Versuch und Irrtum, Leben und Lernen folgten. Dabei habe ich entdeckt, dass Identität sich in manchen Situationen sehr fest und unflexibel anfühlen kann und in anderen offen und sehr flüssig. Resilient fühlte ich mich dann, wenn ich offen und flexibel reagieren konnte.

Wir sind natürlicher Weise formbare und flexible Wesen, die sich nicht auf ein System von Meinungen, eine Art zu leben festlegen müssen. Es hat vor und Nachteile, wenn wir uns in diesen Dingen beschränken. Es mag einige Dinge vereinfachen, es beschränkt aber auch, was wir sehen und für möglich halten, was wir denken und womit wir umgehen können.

Unsere eigene Identität zu formen, ist Teil unseres gesunden Heranwachsens. Wir können uns dann entscheiden, flexibel und auch verletzlich zu bleiben und damit unser weiteres Leben und Lernen beeinflussen.

Wie hat es alles angefangen?bud-sun-flower-flower-green-53152.jpeg

Seit es Menschen gibt, leben sie zumeist in Gruppen, in nahen Verbindung mit einander. Auch wir sind in soziale Gruppen hinein geboren und erlernten deren Ethik, soziale Normen, deren Denk- und Lebensweise. Diese Gemeinschaft hat uns einen Namen, eine Funktion und in gewisser Weise auch eine Identität gegeben. Auf dieser Basis haben wir gelernt, zu denken, uns zu verhalten und zu fürchten. Es haben sich sehr verschiedene Kulturen entwickelt, die jeweils ihre eigenen Qualitäten, Künste, ihre Ideale und ihr eigenes Wissen gebildet haben.

Jeder von uns hat gelernt, so zu agieren, zu reagieren und sich so zu verhalten, dass wir einen relativ sicheren Platz in unserer sozialen Gruppe haben können. Wir haben gelernt, uns in eine Gruppe zu integrieren und auch mutig zu sein. Wir haben gelernt, unsere Arbeit zu tun, für andere zu sorgen, unsere eigene Sicht, unsere Qualitäten und unseren eigenen Stil zu finden. Auf diese Weise sind wir als Menschheit und als Individuen gewachsen. Unsere verschiedenen Gruppen haben gelernt, mehr oder weniger friedlich nebeneinander oder sogar miteinander zu leben.

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Wenn wir einander begegnen, sind wir auch verletzlich. Wieviel zeigen wir von uns? Wieweit nehmen wir den allgemeinen Stil unserer Kultur an? Inwieweit zeigen wir unsere eigenen Ideen und Fähigkeiten? Um diese Dinge zu tun, brauchen wir Mut und eine gewisse Stärke.

Wir wünschen uns, friedlich und verständnisvoll behandelt zu werden. Wir bemerken auch unsere eigenen Perspektiven und Überzeugungen, in Konflikte zu geraten. Innerhalb dieser Dynamik können wir lernen offen und kompromissbereit zu sein, andere zu verstehen und zu lieben. Bemerken wir, dass wir automatisch und ohne Wahl reagieren, fühlen wir uns leicht rigide und eng. Halten wir genau dort aber inne, bemerken, was ist und reflektieren die Situation und unsere Gefühle, dann können wir bewußter wählen und uns wieder freier fühlen. Unsere Identität kann sich auf diese Weise entspannen und weiten. Gehen wir dabei über unsere Fähigkeit hinaus, finden wir uns in neuen Konflikten wieder. Neu überdenken wir die Lage und unsere Reaktionen und lernen und wachsen so weiter.

Wie beeinflußt dies ein meditativeres Leben?

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Wir wissen, wie es sich anfühlt, wenn wir präsent sind, und wir wissen, wie es sich anfühlt, wenn wir versuchen nicht wahrzunehmen was ist. Wir merken, wenn wir uns gern sicher fühlen möchten in unserer eigenen engen Sicht, in unseren selbstgewählten Begrenzungen, in der kleinen Gruppe, zu der wir gehören und auch in dem Ablehnen und Ignorieren der Sichtweise und Wahrheit anderer.

Es ist gut zu wissen, dass wir mehr oder weniger alle dies tun, um uns sicher zu fühlen. Wenn wir ein mehr meditatives Leben führen möchten, können wir lernen, von Moment zu Moment neugierig zu sein. Wir nehmen wahr was ist und wie wir spontan darauf reagieren, ohne diesen Impulsen automatisch zu folgen. Manchmal fühlt es sich vielleicht an, als befänden wir uns in einem Pool von Gewahrsein. In vielen Situationen in unserem täglichen Leben müssen wir wissen was zu tun ist und auch direkt handeln. Zu anderen Zeiten können wir uns erlauben, von Moment zu Moment offen und gewahr zu sein. Unser Leben präsentiert uns Herausforderungen und Momente in denen wir unsere Zugehörigkeit spüren. Wir können bewußt wählen, unsere Identität weiten und unsere eigene Rolle finden.

Ein meditativeres Leben ändert nicht unbedingt unsere Identität, aber es erlaubt uns, uns flexibler zu bewegen. Wir können uns aus der Distanz des Beobachters für engere Sichtweisen oder mehr Offenheit in den verschiedenen Situationen entscheiden und fühlen uns daher weniger in rigiden Gegebenheiten gefangen.

In den kommenden Wochen mehr zu diesen Themen,
Euch alles Liebe und schöne Tage,
Eure Anka